Unter dem Motto „Fès l’andalouse“ findet die 19. Ausgabe des Festivals der heiligen Musik der Welt in Fès statt. Diese bedeutende künstlerische und kulturelle Veranstaltung wird somit eine Gelegenheit sein, der andalusischen Kultur Tribut zu zollen, die es verstanden hat, die Kulturen des Orients und des Okzidents in einer gemeinsamen Suche nach Sinn und Weisheit zu vereinen. „Es kommt vor, dass bestimmte Orte und Perioden der Geschichte im Gedächtnis der Menschen als privilegierte Sequenzen bleiben, in denen der Mensch seiner gewohnten Kleinlichkeit zu entfliehen scheint und seinem Durchgang Spuren hinterlässt, die zur Inspirationsquelle für kommende Generationen und Jahrhunderte werden. So spricht man vom griechischen Wunder oder oft noch von dieser Periode, die aus einer genialen und subtilen Harmonie zwischen Geist und Materie, Glaube und Vernunft, der Kunst der Convivencia oder einfach der eines reicheren und erfüllteren individuellen und kollektiven Lebens bestand: El Andalous, das vom achten bis zum fünfzehnten Jahrhundert einen großen Teil Spaniens bedeckte“, erklärt Faouzi Skali, Direktor des Festivals.
Was das Programm betrifft, präzisiert Herr Skali, dass alle, die auf der Suche nach schöner Musik, spirituellen Melodien und bereichernden Debatten sind, auf ihre Kosten kommen werden. So wird das Festival von Fès auch in diesem Jahr wieder in magische künstlerische Universen eintauchen, in denen Spiritualität mit Kreativität reimt. Von Spanien bis Indien, von Ägypten bis zur Mongolei, von Südafrika bis Bhutan, ist es eine Weltreise in 9 Tagen, die die Organisatoren dem Publikum vorschlagen. Der Startschuss für die Feierlichkeiten fällt am 7. Juni auf dem Platz Bab Makina mit einem poetischen, choreografischen und musikalischen Spektakel mit dem Titel „Liebe ist meine Religion“. Diese originelle künstlerische Kreation des Festivals, inszeniert von Andrès Marin, einem der bedeutendsten Flamenco-Künstler, wird den großen Künstlern der arabisch-andalusischen Welt und der Flamenco-Welt Tribut zollen. Ein weiterer Höhepunkt des Festivals ist die Anwesenheit der amerikanischen Sängerin Patti Smith, die unter dem Einfluss der Beat-, Rock-, Folk- oder Punk-Kulturen ihre Persönlichkeit als komplette Künstlerin (Sängerin, Musikerin, Dichterin, Malerin und Fotografin) geformt hat. Das Publikum von Fès wird außerdem Konzerte erleben, die von Ladysmith Chicago Gospel Experience (USA, Südafrika), dem byzantinischen orthodoxen Chor Saint-Jean de Damas, Coumbane Mint Ely Warakane (Mauretanien) oder auch Paco de Lucia (Spanien), der als eine der größten lebenden Legenden des Flamenco und einer der größten Gitarristen der Welt gilt, gegeben werden. Die Liebhaber des arabischen Liedes werden mit dem Konzert bedient, das am 13. Juni von der syrischen Diva Asala Nasri gegeben wird. Was die Nächte der Medina betrifft, eine musikalische und initiatische Reise, die dem Publikum vorschlägt, die majestätischen Riads der Medina von Fès zu entdecken, haben die Organisatoren ein Programm zusammengestellt, das sich über 3 Tage (vom 10. bis 12. Juni) erstreckt, in dem musikalische Darbietungen von Künstlern aus allen 4 Ecken der Welt enthalten sind. Es handelt sich insbesondere um Aïcha Redouane (Marokko), Pandit Shyam Sundar Goswami (Nordindien), Abir Nehme (Libanon), Jigme Drukpa, Pema Samdrup und Namkha Lhamou (Bhutan) und auch Ana Moura (Portugal).
Was das Forum „Eine Seele für die Globalisierung“ betrifft, das am Rande des Festivals der heiligen Musik der Welt in Fès organisiert wird, so findet es dieses Jahr vom 8. bis 11. Juni unter dem Thema „Neue Andalusien: lokale Lösungen für eine globale Unordnung“ statt, mit Persönlichkeiten wie Bariza Khiarri, Jacques Attali, Michael Barry, Katherine Marshall oder auch Edgar Morin.
Lieferant / Quelle : Afaf Razouki, Le Matin